Du bist unter anderem auf der Suche nach Tipps, wie du blinde Personen,
aber auch dich selbst und andere Verkehrsteilnehmer, gefährden oder
wenigstens irritieren kannst? – Dann bist du hier goldrichtig!
Im Laufe der Jahre habe ich diesbezüglich einige Erfahrungen sammeln
dürfen, und es kommen immer wieder neue dazu. Für eventuelle
Schäden oder Nebenwirkungen, die beim Ausprobieren entstehen
können, übernehme ich selbstverständlich keinerlei Haftung!
Dafür liefere ich zu jeder Szene Tipps, wie man's richtig machen kann.
- Wenn du dich mit einem Blinden unterhältst und Wert darauf legst,
dass seine Aufmerksamkeit auf dich gerichtet bleibt, dann positioniere Deinen
Mund möglichst nah an seinem Ohr, leite jeden Satz mit einem leichten
Stoß gegen seinen Oberarm ein, und bei jeder zu betonenden Silbe zupfst
du an seinem Ärmel. Sollten keine Ärmel vorhanden sein,
beispielsweise an einem heißen Sommertag, dann kannst du auch mit einer
Fingerspitze gegen das Brustbein Deines Gesprächspartners tippen oder
ihn sanft in die Seite kneifen. –
Und so
wird's richtig gemacht!
- Wenn du beobachtest, wie ein Blinder in seinem Essen herumstochert (deiner
Vermutung nach auf der Suche nach einem Stück Fleisch), dann packe
wortlos seine entsprechende Hand und spieße mit seiner Gabel eins der
begehrten Objekte auf. Sollte der Blinde es wenigstens schaffen, mit der Gabel
seinen Mund zu finden, dann tue deine Bewunderung kund – ja, auch
Blinde brauchen Lob und Anerkennung! Wenn er es hingegen beim ersten Anlauf
schafft, dir ein Auge auszustechen, dann handelt es sich in aller Regel um
einen Zufallstreffer. –
Und so
wird's richtig gemacht!
- Wenn du dich mit dem Auto einem Zebrastreifen näherst und dort eine
blinde Person erblickst, die wahrscheinlich die Straße überqueren
möchte, dann bleibe 10 bis 20 Meter vorher stehen und drücke
mehrmals kurz auf die Hupe, sobald du erkennst, dass die blinde Person die Straßenseite wechseln kann – wenn sie sich ein bisschen beeilt.
Beim Ausfall des Sehvermögens schärfen sich bekanntlich die
verbliebenen Sinne; somit können die meisten Betroffenen Gedanken lesen.
Solltest du an ein Telepathie-resistentes Exemplar geraten, dann zeige ihm
einen Vogel, lege einen Kavalierstart hin und rausche hupend an ihm
vorbei. –
Und so
wird's richtig gemacht!
- Du begegnest auf einem schmalen Gehsteig einem Blinden, der mit seinem
Langstock pendelt und dich somit daran hindert, an ihm vorbeizukommen, ohne
die Fahrbahn zu betreten. Verleihe deiner Stimme einen entsetzten Klang und
rufe: "Halt, Sie befinden sich auf der Straße!" –
Natürlich wird er sofort anhalten und verunsichert deine Aussage
überprüfen. Jetzt kannst du auf dem Gehsteig an ihm vorbeihuschen,
und wenn du schnell genug bist, wirst du auch nicht mehr hören, welche
"netten" Worte er für dich übrig hat. –
Und so
wird's richtig gemacht!
- Die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist aus verschiedenen
Gründen für blinde Menschen eigentlich nicht zumutbar, dennoch
gibt es viele, die diese Herausforderung annehmen und an Bord gehen wollen!
Wenn du – nehmen wir an, in einer alten
S-Bahn-Garnitur –
zufällig Zeuge eines solchen Ereignisses wirst, dann ist schnelles
Handeln von dir gefordert, ganz egal, ob der Blinde mit oder ohne Begleitung
einsteigen will: Packe ihn, wenn er nach einem Haltegriff tastet, mit beiden
Händen unter den Achseln und befördere ihn mit einem Ruck die paar
Stufen hinauf! –
Und so
wird's richtig gemacht!
- Du bist Busfahrer und fährst eine Doppelhaltestelle an. Beim
Haltestellenschild, das sich auf halbem Weg der Busbucht befindet, steht ein
Blinder, den du kennst, weil er seit Jahren fast täglich mitfährt
und sich hier somit bestens auskennen muss. Du kannst also getrost erst am
vorderen Ende der Busbucht anhalten und nach wenigen Augenblicken
weiterfahren, wenn der Blinde nicht sofort nach vorne zum Einstieg
kommt. –
Und so
wird's richtig gemacht!
- Wenn du zu Fuß unterwegs bist und einen Blinden an einer
Bushaltestelle siehst, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er die
Straße überqueren will (Blinde tun das ja an den
unmöglichsten Stellen!). Warte also eine Verkehrslücke ab, nimm
ihn am Arm und sage:
"So, jetzt können wir rüber!" – Wundere dich
aber nicht, wenn er sich aus Deinem Griff befreit; Blinde können
nämlich recht eigenwillig sein! Sollte er behaupten, auf den Bus zu
warten, weise ihn höflich, aber bestimmt darauf hin, dass das
Haltestellenschild einige Meter weiter hinten steht, und lasse erst locker,
wenn er dir glaubhaft versichert hat, dass er hier ortskundig
ist. –
Und so
wird's richtig gemacht!
- Du näherst Dich mit dem Fahrrad einer Kreuzung; vor dem Zebrastreifen
hat ein Auto angehalten, um einer blinden Person das Überqueren zu
ermöglichen. Nutze die Reaktionszeit des Blinden und flitze noch schnell
an ihm vorbei, indem du das Auto rechts überholst und auf gar keinen
Fall die Klingel betätigst! Diese Vorgangsweise ist allerdings nur mit
gut geölter Kette zu empfehlen, denn wenn sie vor lauter Rost quietscht,
könnte der Blinde erschrecken und dir versehentlich seinen Langstock in
die Speichen stecken! –
Und so wird's richtig gemacht!
- Wenn dir ein Blinder entgegenkommt, den du kennst und daher
grüßen möchtest, gleichgültig, ob du zu Fuß
oder auf dem Fahrrad unterwegs bist, dann vermeide zunächst jegliche
Geräuschentwicklung, um seine Konzentration nicht zu stören.
Grüße ihn erst, wenn du dich mit ihm auf gleicher Höhe
befindest, und das möglichst laut, damit er dich auch ganz sicher
erkennt! –
Und so wird's richtig gemacht!
- Du bist auf der Suche nach einem Parkplatz, was in dicht besiedelten
Gebieten ein schwieriges Unterfangen darstellt und in vielen Fällen sogar
auch noch Parkgebühren kostet. Um Zeit und Geld zu sparen, stellst du dein Auto am besten auf den Gehsteig, und zwar so, dass nachkommende Fahrzeuge dir nach Möglichkeit nicht den Kotflügel abfahren – Fußgänger und Rollstuhlfahrer sowie Mütter mit Kinderwagen
können ja auf der Fahrbahn um dein Auto herumgehen! –
Und so
wird's richtig gemacht!
- Wenn du zufällig Zeuge wirst, wie sich ein Blinder auf dem Gehsteig
einer Straßenkreuzung nähert, dann stell dich ihm in den Weg,
strecke einen Arm aus, lasse den Blindgänger mit seiner Brust gegen
deine Faust laufen und rufe laut: "Halt, eine Kreuzung!" – Wundere
dich aber nicht, denn auch Blinde haben mitunter Reflexe! –
Und so
wird's richtig gemacht!
- Das Treppensteigen stellt für Blinde eine ganz besondere
Herausforderung dar, zumal jede Stufe eine Stolperfalle ist! Zögere also
nicht, sondern handle, wenn du einen Blinden siehst, der sich mangels eines
Liftes anschickt, sich in diese Gefahr zu begeben: Greife aus der Menge
einen kräftigen Burschen, dann packt ihr den Blinden von links und rechts
an seinen Oberarmen und hievt ihn treppauf. Ihr werdet staunen, wie dankbar
er euch dafür ist! –
Und so
wird's richtig gemacht!
- Wenn du zu Fuß unterwegs bist und einen Blinden bei einem
Zebrastreifen siehst, dann ist grundsätzlich Gefahr im Verzug! Stelle keine
Fragen, sondern packe ihn knapp oberhalb des Ellbogens und kralle die Finger
fest in seine Armbeuge, damit er dir nicht entwischen kann! Sein wehleidiges
Gehabe kannst du getrost ignorieren; schiebe ihn einfach vor dir her über
die Straße. –
Und so
wird's richtig gemacht!
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Zuletzt aktualisiert am 27.12.2010
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